PRECURIUM · Patienteninformation

Prostatabiopsie: Ablauf, Fusionsbiopsie und Risiken

Bei einer Biopsie werden kleine Gewebeproben entnommen und in der Pathologie untersucht. Sie kann einen Krebsverdacht bestätigen und Eigenschaften des Gewebes klären. [1]

Zugang und Bildführung sind verschiedene Dinge

Bei der transperinealen Biopsie wird die Nadel durch die Haut des Damms geführt. Der Damm ist der Bereich zwischen Hodensack und After – nicht zu verwechseln mit dem Darm. Die Nadel durchquert dabei nicht die Darmwand. Bei einer MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie werden MRT-Informationen und Ultraschallbilder zur gezielten Orientierung kombiniert. Zugangsweg und Bildführung ergänzen sich. [1, 2]

Weniger Infektionen – häufig ohne vorbeugende Antibiotika

Der transperineale Zugang hat ein günstigeres Infektionsprofil und kann eine Biopsie ohne vorbeugende Antibiotikagabe ermöglichen. Die deutsche S3-Leitlinie lässt den Verzicht auf eine Antibiotikaprophylaxe bei diesem Zugangsweg zu. Die EAU empfiehlt dies bei Patienten ohne Risikofaktoren für infektiöse Komplikationen. Ob Antibiotika erforderlich sind, wird deshalb vor dem Eingriff individuell ärztlich entschieden. [2, 3]

Risikofrei ist die Untersuchung nicht: Blutungen, Schmerzen, Infektionen und Probleme beim Wasserlassen sind möglich. Betäubung, hygienische Vorbereitung und Nachsorge werden vorab besprochen. [2]

Bildgebung für eine möglichst gezielte Abklärung nutzen

Für die Planung und Durchführung sollen alle verfügbaren relevanten Informationen aus der Bildgebung berücksichtigt werden. Dazu gehören insbesondere MRT und Ultraschall. Die gezielte Gewebeentnahme kann mithilfe einer MRT-Ultraschall-Fusion oder direkt im MRT erfolgen. Hochauflösender Ultraschall und gegebenenfalls KI-gestützte Ultraschall-Bildanalyse können ergänzend eingesetzt werden, sofern sie die erforderlichen Qualitätsanforderungen erfüllen und im Einzelfall sinnvoll sind. Das bedeutet nicht, dass jeder Patient sämtliche Verfahren benötigt. [3]

Ziel ist, verdächtige Bereiche möglichst gezielt zu untersuchen. Bei einer Erstbiopsie sollte nach der deutschen S3-Leitlinie die MRT-gezielte Entnahme durch systematische Gewebeproben ergänzt werden. Auch eine sorgfältig bildgestützte Biopsie kann einen Tumor übersehen. [3]

Vorbereitung und Nachsorge

Fragen Sie nach Betäubung, Begleitung, Medikamenten und dem Zeitpunkt des Befundgesprächs. Blutverdünner nicht eigenständig absetzen. Lassen Sie sich schriftlich geben, welche Beschwerden nach dem Eingriff erwartet werden und wen Sie bei Problemen erreichen. Fieber, Schüttelfrost, starke Blutungen oder fehlende Möglichkeit zum Wasserlassen müssen umgehend ärztlich abgeklärt werden. [1]

Was bedeutet ein unauffälliges Ergebnis?

Eine Probe untersucht nur entnommenes Gewebe. Besteht der Verdacht fort, wird der weitere Weg anhand aller Befunde festgelegt. Fragen Sie, ob und wann eine Kontrolle vorgesehen ist. [1]

Befunde in einer Zweitmeinung einordnen